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Fahrer, Fuhren und Finanzen
Die Geschichte des Wuppertaler Taxi-Gewerbes
„Früher vor dem Kriege, konnte man mit einer Droschke sogar Kinder großziehen, wenn man sich nur ein bisschen Mühe gab, die richtigen Warteplätze aufsuchte und einen Gaul vor dem Wagen hatte, der den Leuten Vertrauen einflößte. Aber wer setzte sich heute noch in eine Pferdedroschke? Liebespaare im Sommer und Angesoffene zu allen Jahreszeiten.“ So beschrieb Hans Fallada in seinem Roman „Der eiserne Gustav“ den Droschkenalltag kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Beispielhaft zeigt diese Passage das Auf und Ab im Personenfuhrwesen. Konjunkturelle und gesellschaftliche Bewegungen hatten und haben auf das Droschkengeschäft stets unmittelbaren Einfluss ausgeübt.
Im Moment kann das Taxi-Gewerbe in Wuppertal auf eine mehr als 160jährige Tradition zurückblicken. Aus einfachen Anfängen ist heute ein moderner Dienstleistungsbetrieb entstanden, der einen wichtigen Teilbereich des öffentlichen Personennahverkehrs repräsentiert. Grund genug, die Geschichte des mobilen Gewerbes in der bergischen Metropole nachzuzeichnen.
Als der französische Kutscher Nicolas Sauvage 1640 das erste Taxiunternehmen der neuzeitlichen Welt eröffnete, ahnte niemand, dass seine zwanzig Kutschen, die an der Rue St. Antoine in Paris ihren Standort hatten, den Personalverkehr neu organisieren sollten. Seine Mietwagen ermöglichten eine schnelle Verbindung zwischen zwei Orten, ohne dass sich die Fahrgäste an eine bestimmte Uhrzeit halten mussten. Schon bald nannten die Pariser ihre ersten Taxis „fiacre“, da sich an dem Wirtshaus, wo man die Wagen mieten konnte, ein Bildnis des Heiligen Fiacrius befand. Der in Deutschland lange übliche Begriff Droschke für eine Mietkutsche stammt von dem russischen Wort „drogá“, welches die Verbindungsstange zwischen Vorder- und Hinterachse eines Wagens bezeichnet. In Riga nannte man 1784 die Mietwagen „Troska“. Die Berliner Schnauze verballhornte dieses Wort nochmals zum Begriff „Troschke“, der sich ab 1815 nachweisen lässt. Der heute gebräuchliche Ausdruck „Taxi“ ist die Kurzform des französischen taximétre, was aus dem Lateinischen taxare (abschätzen) abgeleitet ist.
Erst 200 Jahre später als die Franzosen führten die aufblühenden Wupperstädte am 14. Januar 1844 das mobile Gewerbe ein, da der Ruf der Bürger und Wirtschaft nach öffentlichem Personennahverkehr immer lauter wurde. (Einwohnerzahl der Stadt Elberfeld: 42929) Die ersten Konzessionen erhielten der Wagenfabrikant Karl Dannecker, der Hauderer (Lohnfuhrunternehmer) Carl Schick und der Wagenfabrikant Friedhelm Klophaus. Nach zähen Verhandlungen mit der Stadt standen am 1. Februar 1844 zwölf Fuhrwerke bereit, um Fahrgäste zu befördern.
Während sich Klophaus das exklusive Recht für das Droschkenfuhrwesen in Barmen gesichert hatte, bedienten die beiden anderen Unternehmen Elberfeld. Das Personen-Fuhr-Geschäft erwies sich als gewinnträchtig und schon im Mai des gleichen Jahres stieg die Zahl der Droschken auf achtzehn.
Rasch erkannte die preußische Bürokratie, dass das expandierende Personen-Fuhrgeschäft nicht ohne juristische Regelung auskam. Der Elberfelder Oberbürgermeister von Carnap gab, einem Gesetz vom 6. Juli 1844 folgend, das „Regelement für das Droschkenfuhrwesen in der Stadt und Sammtgemeinde Elberfeld“ im Täglichen Anzeiger bekannt:
„1) Das Recht, Mietfuhrwerke auf den näher bezeichnet werdenden öffentlichen Plätzen und Straßen in der Stadt und Kommune Elberfeld aufzustellen, und auf den zu bestimmenden Standplätzen zum Gebrauche des Publikums bereit zu halten, steht niemanden zu, es sei denn, dass dasselbe von der Ortspolizeibehörde ausdrücklich verliehen worden sei.
2) Wer ein solches zu erlangen wünscht, muß ortsangesessen, durchaus unbescholden und im Stande sein, für damit verbundenen nachverzeichneten Verpflichtungen eine Kaution von 26 Thlr. Wegen eines jeden einzelnen Fuhrwerks entweder bar zu hinterlegen, oder einen den Behörden annehmbaren Bürgen dafür zu bestellen. [....]
25) Die Aufstellungs- und Halteplätze sind wie folgt bestimmt. a) am Königsplatze- drei b) auf der Wallstraße –drei 3 c) am neuen Markt- zwei 2 d) am altem Markt- zwei 2 g) am Wunderbau- drei 3 h) auf der Hofaue einer- 1. Überhaupt also 18 Wagen.“ ( Täglicher Anzeiger vom 2. August 1844/ Das Regelment und die dazugehörigen Akten sind heute noch im Stadt-Archiv erhalten)
Des weiteren legte diese Anordnung die Beförderungstarife fest. So kostete beispielsweise die einfache Fahrt innerhalb Elberfelds fünf Silbergroschen. Bei Fahrten ins benachbarte Barmen die über 20 Minuten dauerten wurden sieben und ein halber Silbergroschen berechnet.
Wie unter Taxifahrern vermeintlicher Usus kam es häufig zu internen Konkurrenzstreitigkeiten und Konflikten mit der Polizeibehörde. Auch waren die damaligen Kutscher bekannt für ihre „Verschlagenheit und Grobheit“: Bis 1850 standen für den Verkehr innerhalb bzw. zwischen den Städten nur Pferdekutschen zur Verfügung, deren Kutscher teuer und außerordentlich grob waren. Zumindest der Obrigkeit widersetzten sie sich häufig, was eine Gerichtssitzung im Juni 1852 belegt, in der 23 Droschkenkutscher verurteilt wurden, die Hälfte der Fahrer, die den Verkehr zwischen Elberfeld und barmen bewältigten!“ (Klaus Peter Huttel „Wuppertaler Bilddokumente“, Wuppertal 1985).
Immer mehr Pferdedroschken drängten sich im engen Tal, so verfügte Barmen 1851 bereits über 78 Droschken, während Elberfeld mit lediglich 49 Fuhrwerken noch quasi-provinziellen Status genoss. Da das Taxameter noch nicht erfunden war, ergab sich der Beförderungstarif aus der benötigten Zeit für eine Fahrstrecke.
Langsames Kutschieren bedeutete damit im Gegensatz zu heute für den Fuhrwerker ein lohnendes Geschäft. Die Anzahl der „Knöllchen“ zeigt, wie häufig es zu Querelen mit dem Publikum kam: „ Es wurden in der Bürgermeisterei Elberfeld im Jahre 1851 244 Contraventionen [Überteuerungen] gegen das Droschke-Polizei-Reglement polizeilich bestraft.“ (Karl Coutelle, „Elberfeld, topographisch-statistische Darstellung“, Elberfeld 1852).
Vielleicht schlossen sich deshalb die Droschkenbesitzer frühzeitig in einem so genannten „Fuhrunternehmerkonsortium von Elberfeld und Barmen“ zusammen, dessen Mitgliederzahl aber unbekannt ist.
Neue Zeiten kündigten sich für die Chauffeure 1896 an, als in Paris die ersten motorbetriebenen Taxameter-Droschken eingesetzt wurden. Bald folgten deutsche Städte dem französischen Vorbild. Für die Wuppertaler Taxler begann das automobile Zeitalter am 13. März 1907. Die Berliner Kandelhardt AG führte damals mit zehn Autodroschken in Elberfeld und Barmen Probefahrten durch. Aber das Glück währte nicht lange: „Der Automobildroschkenverkehr, der erst vor kurzem in beiden Wupperstädten eingeführt wurde, wird, nachdem bereits in Barmen der Betrieb schon früher eingestellt worden ist, auch in Elberfeld schon in den nächsten Tagen leider wieder eingestellt werden müssen, da, wie Herr Beigeordneter Pfeiffer in der heutigen Stadtverordneten-Sitzung mitteilte, das Unternehmen sich nach Mitteilung der Gesellschaft infolge der örtlichen Verhältnisse als unrentabel erwiesen hat. [....]
Die Gesellschaft habe zwar eine genügend hohe Einnahme pro Droschke erzielt, aber die Betriebskosten seien so außerordentlich hoch und namentlich der Gummiverschleiß so enorm gewesen, dass sie keine Möglichkeit sehe, das übrigens auch nur in Elberfeld einträglich gewesene Unternehmen weiter fortzusetzen.“ (Täglicher Anzeiger vom 17. April 1907)
Doch dieser Rückschlag konnte den Siegeszug des Automobils nicht aufhalten. Schon am 8. Mai 1907 beschloss der Stadtrat von Elberfeld, sich an einer Wiedereinführung des Automobildroschkenverkehrs zu beteiligen. Mit einem Zuschuss von 20.000 Mark machte die Stadt deutlich, wie sehr sie an einem funktionierenden Personenverkehr interessiert war. Mit zunächst zehn Automobilen, die an der Ohligsmühle untergebracht wurden, etablierte sich am 27. Juli 1907 an der Königstraße Nr.1 die „Automobildroschken Gesellschaft m.b.H.“. Damit war gleichzeitig das Ende der Pferdedroschken im Wuppertal besiegelt. „Für drei Pferdedroschken wurde eine Konzession für eine sechssitzige Autodroschke erteilt.
In dieser zeit existierten, soweit ermittelt werden konnte, mehrere Droschkenvereine, die mehr gegen- als miteinander arbeiteten. Aus ihnen entwickelte sich, als nach dem ersten Weltkrieg die Pferdedroschken vollständig verschwunden waren, die Elberfelder und die Barmer Kraftdroschkenvereinigung.“ (Heinz Schulz „Das Wuppertaler Taxengewerbe“ in Wirtschaftliche Mitteilungen 1973).
Der Erste Weltkrieg brachte für das Droschkengeschäft ein finanzielles Fiasko. Der Mangel an Betriebsstoffen wie Öl und Gummi zwang immer mehr Unternehmer ihre Motor-Droschke stehenzulassen. Vom 1. November 1916 an waren zudem „Vergnügungsfahrten“ verboten, und das Geschäft beschränkte sich auf Fahrten mit schwangeren Frauen und Ärzten.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stand das Droschkengewerbe vor neuen Problemen. Generalstreiks, Spartakusaufstand, Ruhrstreik und Separationsbewegungen erschütterten das Land. Immer schneller nahm die Geldentwertung zu. Für die Droschkenfahrt fehlte den Bürgern das nötige Kleingeld (vgl. Ulrich kubisch „Taxi“ Berlin 1984) Wie die gesamte Konjunktur brach auch die des Taxigewerbes zusammen. Selbst die versuche, mit billigeren Dreirädern weiterhin rentabel zu fahren, schlugen fehl. Notgedrungen schlossen sich die eigenbrötlerischen Fuhrunternehmer zusammen. Die Barmer Taxihalter gründeten 1928 ihre „Kraftdroschkenvereinigung“.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 traf die Taxiunternehmen erneut mit aller Härte. Stundenlanges Warten auf einen Fahrgast gehörte zum täglichen Geschäft der Droschken, und wenn der Fahrer Pech hatte, war er bei Schichtende nur einen Platz in der Schlange der wartenden Taxen aufgerückt. Als letzen Ausweg sah man Anfang der 30er Jahre eine Kontengierung des Fuhrparks. Per Zwangsaufforderung mussten finanzschwache Unternehmen ihr Geschäft aufgeben, um so die Anzahl der Fahrzeuge zu reduzieren. Der Bestand an Taxis ging daraufhin in Wuppertal von 51 auf 20 zurück.
Die Nationalsozialisten suchten gleich nach ihrer Machtübernahme 1933 das Taxengewerbe unter dem Hakenkreuz zu versammeln. Die „Reichsgruppe für das Kleingewerbliche Kraftfahrwesen“ war für das Droschkengeschäft zuständig.
Auf den nationalistischen und wirtschaftlichen Aufschwung hoffend, schmückten „nicht wenige Droschkenkutscher [....] ihre Fahrzeuge mit Hakenkreuzwimpeln.“ (Kubisch a.a.O.)
Im Jahr 1935 schlossen sich auch die Elbefelder Droschken-Halter zusammen. Allmählich wurde die Zahl der Taxis wieder erhöht. Ein Jahr vor Kriegsausbruch gab es in Elberfeld 21, in Barmen 16, und in Vohwinkel zwei Droschken. Mittlerweile setzte sich der Dieselmotor bei den Motor-Droschken durch. Sparsam im Verbrauch und zuverlässig im harten Alltagseinsatz erwies er sich als idealer Antrieb. Dies erkannte auch die Wehrmacht und forcierte die Dieselmotorproduktion zur Kriegsvorbereitung.
Mit dem deutschen Überfall auf Polen war es mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Wuppertaler Taxiunternehmen schnell vorbei. Man zog die Fahrer und Unternehmer zum Wehrdienst ein. Die wenigen militäruntauglichen Taxler plagten sich derweil mit Tarnscheinwerfern und Kraftstoffrationierungen ab. Wie schon im Ersten Weltkrieg wurden die Fahrten zwangsweise reduziert. Juden durften nur noch mit polizeilicher Erlaubnis eine Droschke benutzen.
Die kriegsbedingte drastische Materialknappheit brachte das Taxigewerbe endgültig zum Stillstand. Nicht nur Wuppertal lag bei Kriegsende unter Schutt und Asche, sondern auch die meisten Motor-Droschken.
Auf teils abenteuerlichen Wegen besorgten sich die Taxiunternehmer kurz nach Kriegsende Ersatzteile und Benzin für ihre geretteten Fahrzeuge. Als die Siegermächte das Taxigewerbe wieder erlaubten, standen die schwarzen Kraftdroschken wie eh und je an ihren Halteplätzen. „Belebt und gefördert wurde der Geschäftsverlauf [....] zum einem durch die positive Entwicklung der gesamten Wirtschaft, zum anderen jedoch auch durch einen bemerkenswerten Wandel in der Mentalität der Bevölkerung, die im Taxi nicht mehr [.....] einen Luxusartikel sah, sondern nunmehr das Taxi als geeignetes Individualverkehrsmittel innerhalb des öffentlichen Personalverkehrs [ÖPNV] begriff.“
(Aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung der Taxi-Zentrale vom 27.06.1974)
Der Bestand an Fahrzeugen war 1953 bereits auf 53 angewachsen. Während in den meisten deutschen Großstädten in der Nachkriegszeit die Bildung von Taxi-Großfirmen zu beobachten war, zeigte sich in Wuppertal die Struktur des Taxi-Gewerbes ausgesprochen kleingewerblich. Im Jahr 1956 zählte man 97 Taxi- und Mietwagen- Firmen mit insgesamt 111 Fahrzeugen. Zum Glück für das öffentliche Taxi-Gewerbe wurden und werden aber nicht beliebig viele Konzessionen erteilt- im Gegensatz zum Mietwagen. Für Taxis gilt, dass ihre Existenz- und Funktionsfähigkeit im öffentlichen Interesse liegt. Deshalb wird ihre Anzahl behördlich geregelt. Streit um die Menge an Fahrzeugen gab es dennoch, so erhöhte 1962 die Stadt durch Neuzulassungen die Zahl der Fahrzeuge von 64 auf 96 taxen. Die Barmer Taxi- Unternehmer richteten daraufhin eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Stadt Wuppertal, mit dem Ergebnis, dass bis 1967 keine weitern Kraftdroschkengenehmigungen erteilt wurden.
Ab 1961 verschwanden die bisherigen Telefonsäulen für Taxis aus dem Stadtbild. Die Abwicklung des Taxenverkehrs erfolgte nunmehr durch Funkübertragung, was einen rationelleren sowie schnelleren Einsatz der Fahrzeuge ermöglichte.
1966 wurde aus dem eingetragenen „Verein Elberfelder Funk-Taxizentrale“ ein so genannter wirtschaftlicher Verein. Ein Jahr später folgte die „Autozentrale Barmen Funktaxi e.V..“ dem Elberfelder Beispiel. Nur einer Vereinigung der beiden Taxi-Zentralen wollten deren Mitglieder nicht zustimmen. Der neue Tarif vom August 1965 brachte Licht in das bisherige Fahrpreisdickicht. So entfielen Begriffe wie „Rundfahrt“ oder „Zielfahrt“, die jeweils einen anderen Tarif bedingten. Gleichzeitig erhöhte man den Fahrpreis, das so in Nordrhein-Westfahlen der teuerste wurde. Damit wollte man die Taxi-Zentralen zur Fusion bewegen; über die zu erwartenden Mehreinnahmen sollten sich die Kosten des Zusammenschlusses auffangen lassen.
Zu einem langjährigen Streit geriet die Farbgebung der Taxen. Schon Anfang der 60er Jahre hatten sich die Fahrer über die schwarze „Trauerfarbe“ ihres Arbeitsplatzes beschwert. Es dauerte aber bis 1970 als das Bundesgesetzblatt 116 die Lackierung der Taxis auf hell-elfenbein (Bezeichnung RAL 1015) festlegte.
Die Barmer Taxi-Zentrale weihte 1970 den vereinseigenen Pavillon am Steinweg ein, der die Funk- sowie Büroräume enthält. Im darauf folgenden Jahr schloss sich die Vohwinkler Zentrale den Elberfeldern an. Am 1. Januar 1973 fusionierten zur Freude der IHK nach zähem Ringen die Barmer und Elberfelder zur „Taxi Zentrale -Wuppertal“.
Damit hatte man endlich eine kostengünstige Struktur des Gewerbes erreicht, die auch für die Fahrgäste von Vorteil ist.
Ein düsteres Kapitel in der Wuppertaler Taxigeschichte sind Verbrechen, die an Taxifahrern begangen wurden. Obwohl alle Fahrzeuge mit Alarmanlagen versehen sind und die Kollegen so schnell wie möglich zur Hilfe eilen, beklagt das Taxigewerbe zwei ermordete Kollegen. Den Fahrern und Fahrerinnen bleibt ungeachtet der ständigen Diskussion über neue Sicherungen für das Fahrpersonal meist nur das Vertrauern auf ihre Menschenkenntnis, um gefährlichen Situationen zu entgehen.
Positiv gestaltet sich mittlerweile die Zusammenarbeit zwischen der Taxi-Zentrale und den Wuppertaler Verkehrsbetrieben. So ist es seit einiger Zeit möglich, aus jedem Bus und jeder Schwebebahn ein Taxi zu bestellen, das pünktlich an der Zielhaltestelle auf den Fahrgast wartet. Feste Beförderungs-Tarife gelten für viele Krankenhäuser und Industrieunternehmen, die häufig auf das Taxi als preiswerte Alternative zum eigenen Fuhrpark zurückgreifen. Auch der Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung wird mit Hilfe der Wuppertaler Taxen bewältigt. Heute verfügt die Stadt über 246 Taxikonzessionen, wovon lediglich elf nicht der Taxi-Zentrale angeschlossen sind.
Im August 1994 wird am Bornberg 44 in Elberfeld das neue Gebäude der Taxi-Zentrale eingeweiht, das den inzwischen altersschwachen Pavillon am Steinweg ablöst. Gleichzeitig mit dieser Feier wird das 150jährige Jubiläum des Taxi-Gewerbes in Wuppertal begangen. Es bleibt zu hoffen, dass das Fuhr-Geschäft sich nicht wie der eiserne Gustav den Zeichen der Zeit verschließt, um auch weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Klaus Ulrich Grigo







